Kriminelle Energie

Der 8. Dezember ist ein besonderer Tag für alle Krimifreunde: Es ist der Todestag von Friedrich Glauser, der als erster deutschsprachiger Kriminalschriftsteller gilt

Friedrich Glauser ist nicht nur Namensgeber eines der renommiertesten Krimipreise im deutschsprachigen Raum, sondern auch so etwas wie ein Ehrenmitglied des Vereins „Das Syndikat e. V.“ – dem Zusammenschluss deutschsprachiger Krimiautorinnen und -autoren.

Ihm zu Ehren organisiert das Syndikat jedes Jahr rund um seinen Todestag den Krimitag – eine Benefizlesung im deutschsprachigen Raum, bei der kriminelle Fantasie und literarische Spannung für den guten Zweck zusammenkommen. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 32 Städte zu „Tatorten“, an denen über 200 Autorinnen und Autoren lasen und Spenden sammelten.

Auch Wuppertal ist 2025 wieder mit dabei. Lokaler Partner ist erneut die AOK Rheinland/Hamburg in der Bundesallee, die ihre Räume am 3. Dezember in atmosphärische Schauplätze für Mord, Spannung und literarische Gänsehaut verwandelt.

In diesem Jahr wird die Benefizveranstaltung zugunsten der Alten Feuerwache ausgerichtet – einer wichtigen sozialen Einrichtung in Wuppertal. Deren Geschäftsführerin, Bahar Ҁelik, wird als besonderer Gast die Arbeit und Projekte der Alten Feuerwache vorstellen.

Nach kurzer Einführung heißt es dann: Vorhang auf für kriminelle Geschichten: 5 Autorinnen und Autoren präsentieren Ausschnitte aus ihren Werken – nicht immer tiefgründig ernst, sondern auch mit Augenzwinkern. Mit dabei sind Brigitte Lamberts, die das Publikum nach Mallorca in die Geheimnisse der Inselgeschichte entführen wird. Ihr aktueller Fall hat seine bösen Wurzeln in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg.

Daniela Schwaner wird Einblicke in die Ermittlungen ihres Teams um Carsten Kantner und Sophie Liebermann geben und aus „Stille Wasser sind tot“ lesen: In den Ronsdorfer Anlagen entdecken Jugendliche einen skelettierten Leichnam. Und das ist erst der Anfang einer Reihe unerfreulicher Ereignisse.

Jürgen Kasten war unter anderem Chef des Kommissariats für Tötungsdelikte. Er liest er aus „Fasel irrt sich“ mit einem toten Jugendlichen im Gelpetal und einer überfallenen Kriminalbeamtin in der nächtlichen Luisenstraße. Besteht da ein Zusammenhang?

Stefan Melneczuk liebt schwarzen Humor und arbeitet als Redakteur, Schriftsteller und Lektor. Er liest aus „Dynamit Erna“. Andreas Struve ist eigentlich Zahnarzt. Er liest aus „Über der Wupper“: Um den Tod seines Sohnes zu rächen, entführt der Vater die Wuppertaler Schwebebahn. Dabei wird er gleichzeitig ein schreckliches Geheimnis lüften. Die Veranstaltung moderiert Autorin Sibyl Quinke, die auch für die Bergischen Blätter als freie Mitarbeiterin arbeitet.

Alle Mitwirkenden treten ohne Honorar auf, auch Fahrtkosten werden nicht erstattet – denn beim Krimitag zählt der Benefiz-Gedanke. Besucher können zudem am Büchertisch signierte Werke erwerben, der Erlös geht ebenfalls vollständig an die Alte Feuerwache. Für Getränke ist gesorgt – und gespendet werden darf gerne auch.