Hip-Hop von allen Seiten
In Wuppertal ist ein Kooperationsprojekt gestartet, das urbane Tanzkultur, Medien und Film sowie die künstlerische Nachwuchsförderung miteinander verbindet
Zum Projekt gehören gleich 2 Schwergewichte aus Wuppertal – das Pina-Bausch-Zentrum und das Medienprojekt –, unterstützt von der überregional bekannten Tanzschule Urban Art Complex und dem Verein Sway e. V. Letzterer steht für die kulturelle Bildung und Förderung junger Menschen, dessen Vorsitzender Benjamin Wichert, gleichzeitig Gründer und Geschäftsführer des Urban Art Complex, ist.
Gemeinsames Ziel der 4 Initiatoren: Einen neuen Raum unter dem Namen Cypher Lab für junge Talente zu schaffen. Mit Cypher werden im Hip-Hop Kreise aus Rapperinnen und Tänzern bei Freestyle-Sessions bezeichnet.
Bei dem Wuppertaler „Lab“, also Labor, soll die urbane Tanzkultur des Hip-Hop mit professioneller Bühnenarbeit und Medienkompetenz verbunden werden. Experimentieren dürfen dabei 12 junge Menschen zwischen 13 und 18 Jahren, die Lust haben, zu tanzen oder mit der Kamera zu arbeiten. Vorkenntnisse müssen sie nicht mitbringen.
Dabei geht es sowohl um Freestyle, Ensemble-Arbeit und Performance rund um Hip-Hop, der als eigenständige Kunstform mit Haltung, Geschichte und Ausdruckskraft betrachtet wird – und mit der Theaterwelt in einen Dialog treten soll.
Ein Jahr lang haben die Teilnehmenden Zeit, ihre Fähigkeiten im Bereich Bühnenpräsenz und performativer Ausdruck zu verbessern, sich im Freestyle und der Cypher-Kultur zu bewegen und die künstlerische Arbeit für Kamera, Bühneninstallation, Medien und Öffentlichkeit aufzubereiten. Begleitet werden sie von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren aus der Szene, die sowohl technische Fähigkeiten als auch Werte der Hip-Hop-Kultur wie Respekt, Ausdruck und Gemeinschaft vermitteln wollen.
Im Film eingefangen werden soll der komplette Prozess der Entwicklung – inklusive allen Problemen, die in einem Jahr auftauchen können. Beides – der Tanz und der Film – werden am Ende des Projektes öffentlich gezeigt.
Damit soll die Arbeit der Jugendlichen jedoch nicht beendet sein, denn während des Jahres werden sie in weiterführende Netzwerke, Programme und künstlerische Kontexte eingebunden, womit das Projekt auch ein Einstieg in langfristige künstlerische Entwicklung und Teilhabe sein will.
Das Cypher Lab startet am 20. Juli 2026 mit einem 5-tägigen Intensiv-Workshop in den Sommerferien. Gefördert wird es mit rund 90.000 Euro aus einem Programm des Deutschen Bühnenvereins mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Foto: Taro Kataoka (von links: Benjamin Wichert, Geschäftsführer des Urban Art Complex, Regisseurin Kim Münster, Bettina Milz von der Pina-Bausch-Stiftung sowie Andreas von Hören, Geschäftsführer des Medienprojekts Wuppertal)