Eine Kunst-Welt

Die Bergische Kunstgenossenschaft (BKG) zeigt auch in diesem Jahr wieder eine Ausstellung in der Alten Glaserei an der Nordbahntrasse – diesmal unter dem Titel „One World. Kunst ohne Grenzen“, die wieder Kunstschaffende aus Wuppertal und den Partnerstädten vereint

Entstanden sind die meisten Städtepartnerschaften nach dem 2. Weltkrieg als bewusstes Zeichen der Versöhnung. Ziel war es, die einstigen Kriegsgegner (vor allem in Europa) wieder miteinander ins Gespräch zu bringen. Dazu gehörten von Anfang an der Jugendaustausch, oftmals über Schulen, kulturelle Zusammenarbeit und gegenseitige Besuche. Die erste Städtepartnerschaft in Wuppertal wurde 1951 mit dem britischen South Tyneside geschlossen.

Heute stehen Städtepartnerschaften auch für Bildungsprogramme, wirtschaftliche Kontakte und weitere zivilgesellschaftliche Kooperationen. „Aus den ursprünglichen Versöhnungsgedanken nach dem Weltkrieg hat sich ein globales Netzwerk entwickelt, das zehntausende Städte weltweit verbindet“, heißt es in einer Pressemitteilung zur Ausstellung.

Und das soll auch in der Alten Glaserei an der Nordbahntrasse (Juliusstraße) vermittelt werden. Mit dabei sind aus dem französischen Saint Etienne Lise di Bartholomeo und Floriane Kisa, aus dem polnischen Legnica Konrad Banaszkiewicz und Natalia Brzezinska, aus dem slowakischen Kosice Radovan Cerevka, aus dem israelischen Be’er Sheva Jacob Friedman und Esther Tiomkin, aus dem nicaraguanischen Matagalpa Pablo Pupiro Mercado und aus South Tyneside Helen Schell. Aus Schwerin kommt Udo Dettmann, aus Berlin-Schöneberg kommen Eva Kreutzberger, Sabine Noll und Angela Zumpe. Aus der neuen ukrainischen Partnerstadt Kamjanske kommen Serhii Laushkin und Oleksandr Chegorka hinzu.

Aus der BKG sind Michael Alles, Brigitte Baumann, Anke Büttner, Carl-Peter Buschkühle, Rita Caspary, Carola Engels, Frank N, Christof Geisler, Inge Heinicke-Baldauf, Georg Janthur, Helena Kamper, Gisela Kettner, Andreas Landrock, Rolf Roew, Luna Stender und Oksana Tytenko mit dabei.

Diesmal sollen nicht nur die Kunstwerke für sich sprechen, sondern es soll auch gemeinsam Neues entstehen – als Kooperation oder in gegenseitiger Inspiration. Die BKG erhofft sich davon Kunst, die jenseits der persönlichen Grenzen der Kunstschaffenden liegt, weil sie außerhalb des geschützten Ateliers dabei unterschiedliche Perspektiven erfahrbar macht – oder zulassen müsse, wie es Frank N als Künstlerischer Leiter der Ausstellung beschreibt. So könne man voneinander lernen und kulturelle Unterschiede nicht als Trennung, sondern Bereicherung erleben.

Diese neue Form des Dialogs soll ausdrücklich auch der zunehmenden Polarisierung, den Krisen und globalen Gefahren etwas entgegensetzen. Zwar könne Kunst auch politisch vereinnahmt werden, in ihr liege jedoch die Stärke der Unabhängigkeit sowie die Fähigkeit, gesellschaftliche und politische Entwicklungen kritisch zu reflektieren, so Frank N weiter.

Das will auch die Ausstellung „One World“ leisten: einen lebendigen Dialog fördern, nachhaltige internationale Netzwerke aufbauen – und Wuppertal ganz nebenbei als „Stadt der Begegnung und des kulturellen Austauschs zu stärken“. Wie schon im vergangenen Jahr kooperiert die BKG deshalb auch mit den Städtepartnerschaftsvereinen und dem Kulturkindergarten in unmittelbarer Nähe der Alten Glaserei.

Die Ausstellung wird am 23. Juli vom Schirmherrn und Bundestagsabgeordneten Helge Lindh, Bürgermeister Heiner Fragemann und dem ehemaligen Kulturdezernenten Matthias Nocke eröffnet. Am 1. August findet eine große Party in Kooperation mit allen Städtepartnerschaftsvereinen mit Live-Musik statt, bevor die Ausstellung am 7. August endet.

Foto: Frank N (Blick in die Ausstellung 2025)