Tod und Kunst zusammengebracht

Vom 21. Februar bis zum 4. Oktober 2026 zeigen Andreu Ginestet, Christiane Mamok, Gerhard Rossmann und Frank N die Ausstellung „Die vier Sterblichen“

Präsentiert werden Objekte, Skulpturen, Malerei, Fotografie, Videoarbeiten sowie digitale Kunst. Ausgestellt werden sie im Beerdigungsinstitut Sonnenschein in Wuppertal (Carnaper Straße 6). Dabei stellen sich die 3 Künstler und die Künstlerin der Zeit, der Endlichkeit ihrer selbst und der Unendlichkeit als Phänomen, heißt es in einem Exposé zur Ausstellung.

Dabei hat jeder der Kunstschaffenden ein eigenes Motto für seine Werke ausgesucht. Die Wuppertalerin Christiane Mamok, mit 56 Jahren die Jüngste der „Sterblichen“, hat ihre Arbeiten unter den Titel „Trauer hat viele Gesichter“ gestellt.

Sie beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Malerei und Objektkunst. Dabei legt sie Wert darauf, dass ihre Kunst eine „handwerkliche“ ist, die visuelle und haptische Erfahrungen vermittelt. Ein wichtiger Teil ihrer Kunst sei die Beobachtung von Menschen, ihrer Gesten, ihrer Mimik und ihrer Eigenheiten. In Porträts und Figuren versucht sie das Erfahrene einzufangen. Mamok lebt und arbeitet in Wuppertal.

Andreu Ginestet (61 Jahre) will „Mit Kunst gegen die Angst vor dem Tod“ angehen. Der gebürtige Dortmunder, der in Barcelona aufgewachsen ist, sei geprägt von der Arbeit unter anderem von Antoni Gaudi und Salvador Dali, heißt es im Exposé. Ausgebildet wurde er als Bildhauer. Im Zentrum seines Schaffens steht die „soziale Plastik“, die er aus Stein, Bronze und Stahl fertigt. Daneben widmet er sich auch monumentaler Malerei. Ginestet lebt und arbeitet in Wuppertal und Barcelona.

Der 64-jährige Frank N stellt Werke aus seinem Arbeitszyklus „Von Engeln und Dämonen“ aus, um die Schnittstelle zwischen Religion und Kunst auszubalancieren, wie er es im Exposé beschreibt. Er nennt sich selbst „Grenzüberschreiter“, denn Film, Fotografie und digitale Kunst gehören bei ihm zusammen. Studiert hat er Fotografie und Film an der Fachhochschule Dortmund und in den USA. 1993 gründete er die Filmproduktion Noexit-Film, deren Produktionen unter anderem beim Fernsehkanal Arte gezeigt wurden. Frank N lebt und arbeitet in Wuppertal.

Der älteste im Quartett, der 74-jährige Gerhard Rossmann, verweise mit seiner Kunst auf die Relation zwischen Existenz und Nicht-Existenz, indem er sie unter das Motto „Es gibt einen Tod vor und nach dem Leben“ stellt. Seit 2014 arbeitet er unter anderem an dem Projekt „7 Särge“, bei dem er handelsübliche Särge als Ausgangsmaterial für Dioramen, also 3-dimensionale Miniatur-Modelle, nutzt. Der in Nürnberg geborene Künstler und Publizist, der an der Bergischen Universität studiert hat, lebt und arbeitet in Wuppertal und Heidelberg.

Während der 7-monatigen Ausstellungszeit werde es immer wieder ein kleines Programm geben, berichtet Initiator Frank N. Die Finissage findet im Rahmen der WOGA – Wuppertals offene Galerien und Ateliers statt.

Eingeladen hat die Kunstschaffenden der 34-jährige Philipp Harnisch, Bestattungsmeister und Inhaber des Unternehmens Sonnenschein. Das bietet am Rande der Nordbahntrasse sowohl innen als auch außen viel Raum für die Kunst.

Foto: Gerhard Rossmann (Gerhard Rossmann: Himmelfahrt)