Zum Jahresende blicken wir zurück: Was bleibt von den 3 bisherigen Oberbürgermeistern im bergischen Städtedreieck? Wenn ich eine persönliche Bilanz ziehe, ist es bei Burkhard Mast-Weisz vor allem jene, dass man nicht in einer Stadt leben muss, um von ihr akzeptiert zu werden. Denn der Wuppertaler ist nie nach Remscheid gezogen – wurde aber als Remscheider wahrgenommen, wie seine Wiederwahl zeigt.

Bei Tim Kurzbach ist es schade, dass er zuletzt über Skandale stolperte – oder auch gestoßen wurde. Am Ende schmiss er nach 10 Jahren hin, so mein Eindruck. Und das entspricht nicht seinem Engagement für die Klingenstadt, welches er immer gezeigt hat.

Wie schwer es einem die Politik mit ihren Grabenkämpfen machen kann, hat auch Uwe Schneidewind erfahren müssen, der das nur eine Amtszeit aushalten wollte. Was von ihm bleibt, ist vor allem der Umbau der Stadtverwaltung: Waren vor ihm nur Männer in der Verwaltungsspitze, hat Schneidewind dafür gesorgt, dass viele weibliche und mitunter junge Führungskräfte in die Stadtverwaltung eingezogen sind.

Dass das offensichtlich viele gut finden, kann man sehr deutlich an den neu gewählten Verwaltungsspitzen sehen: Miriam Scherff als neue Oberbürgermeisterin in Wuppertal ist dafür das Parade-Beispiel, aber auch Daniel Flemm als neuer Oberbürgermeister in Solingen, der sich gegen den deutlich älteren Josef Neumann durchsetzen konnte. Sie und Sven Wolf, neuer Oberbürgermeister in Remscheid, werden es aber auch nicht einfach haben – denn in alle Stadträte sind mehr Parteien denn je eingezogen, inklusive rechtsradikaler Kräfte. Ich wünsche allen, dass sie sich weder von diesen jagen noch zerreiben lassen.

Ihnen wünsche ich eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Übergang ins neue Jahr – auch als Verschnaufpause für die Dinge, die 2026 kommen mögen. Wir sehen uns am 7. Februar 2026 wieder.