Auch im Jahr 2026 wird noch viel über die Sichtbarkeit von Frauen diskutiert – vor allem darüber, wie man jene verbessern kann. Ein gutes Vorbild sind die Wuppertaler Bühnen. Das mag auch schon vorher so gewesen sein, aber eine richtige Dynamik hat das Thema erst bekommen, seit Rebekha Rota Opernintendantin ist.

Seit ihrer ersten Spielzeit stehen Komponistinnen auf dem Programm ihrer Sparte. Aber das ist nicht alles. Denn Thomas Braus, Intendant des Schauspiels, zog nach: Es kamen sichtbar mehr Stücke von Frauen auf die Bühne, ebenso wie Regisseurinnen Inszenierungen übernahmen.

Das Sinfonieorchester hatte mit Julia Jones schon eine der ganz wenigen Generalmusikdirektorinnen und es wurden die ersten Gast-Dirigentinnen eingeladen. Schon vorher hatten die Bergischen Symphoniker mit Romely Pfund ebenfalls eine Frau an der Spitze, die in der Orchesterakademie des Klangkörpers dafür sorgte, dass Dirigentinnen sichtbar wurden. Aber erst in der kommenden Saison sind Komponistinnen im neuen Konzertplan des Wuppertaler Sinfonieorchesters deutlicher vertreten.

In Zahlen heißt das für die kommende Saison: Von 7 Neuinszenierungen in der Oper sind 2 von Komponistinnen, 3 werden von Regisseurinnen inszeniert. Von 8 Neuinszenierungen im Schauspiel sind 2 von Autorinnen. 4 Regisseurinnen sind für die Inszenierungen verantwortlich. Bei den 12 Sinfoniekonzerten stehen 5 Stücke von Komponistinnen auf dem Programm. 3 werden von Dirigentinnen geleitet.

Diese Sichtbarkeit ist erst seit den letzten Jahren erkennbar. Das mag traurig genug sein, zeigt aber, das es geht – und zwar völlig geräuschlos, völlig überzeugend.

Und was heißt das? Wir brauchen mehr Frauen wie Rebekah Rota, die wie sie unspektakulär-spektakulär arbeiten und damit andere im besten Sinne des Wortes mitreißen.