Kritik, Ironie und Irritation
Bis zum 13. September 2026 ist im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen die Ausstellung „Sperren Sie endlich Ihren Kopf auf!“ zu sehen
In der Ausstellung wird die Kulturbewegung Dada als politische Kunst zwischen den Weltkriegen in den Blick genommen. Damals wie heute war die Zeit geprägt von politischer Verrohung, wachsender autoritärer Tendenzen und eines Angriffs auf Sprache und Wahrheit. Dada sei die radikale künstlerische Antwort auf Krieg, Ideologie und den Verlust menschlicher Werte gewesen, heißt es im Zentrum für verfolgte Künste (Wuppertaler Straße 160).
Begründet wurde die Bewegung 1916, also noch im Ersten Weltkrieg. Die Dadaistinnen und Dadaisten zeichneten sich durch scharfe Kritik, Ironie und bewusste Irritation aus, die sie gegen gesellschaftliche und politische Missverhältnisse richteten. Die bestehenden Ordnungssysteme wurden hinterfragt und dafür neue künstlerische Ausdrucksformen gefunden, zum Beispiel die Collage und die Fotomontage. Hinzu kamen Literatur und Performance.
Zu den bekanntesten Künstlern des Dada dürften heute George Grosz und Otto Dix gehören. Vor allem Grosz setzte sich mit seiner Kunst auch mit dem aufkommenden Nationalsozialismus auseinander. Nicht verwunderlich ist es daher, dass die Nazis die Bewegung als „entartete Kunst“ diffamierten. Neben Arbeiten von Grosz und Dix werden in der Solinger Ausstellung auch solche von Erwin Blumenfeld, Hannah Höch, John Heartfield, Richard Huelsenbeck, Kurt Schwitters und Sophie Taeuber-Arp gezeigt.
Abbildung: Antiquariat Günter Linke, Berlin (Georg Scholz; Wucherbauerfamilie, 1920)