Innovativ und spannend
Vom 27. September bis zum 2. November 2025 ist die inzwischen 79. Internationale Bergische Kunstausstellung in Solingen zu sehen. Wer den Bergischen Kunstpreis bekommt, steht schon jetzt fest.
Solinger Künstler hatten die Schau nach dem 2. Weltkrieg erstmalig durchgeführt, um Kunstschaffenden ein Forum in Frieden und Freiheit zu bieten. Nach den Repressalien durch die Nationalsozialisten und ihr Fanal der „entarteten Kunst“ sollte die Ausstellung die Selbstbestimmtheit in den Vordergrund stellen. Programmatische Vorgaben gab es deshalb nicht. Zu den ersten Teilnehmern gehörten so bekannte Künstler wie Otto Dix und Conrad Felixmüller. Bis heute versammeln sich regelmäßig Kunstschaffende in der Nachfolge der ersten Ausstellung vor 79 Jahren.
Gezeigt werden Arbeiten von jungen Künstlerinnen und Künstlern, die einen Bezug zum Bergischen Land haben – und für neue Positionen der zeitgenössischen Kunst stehen. Der Kunstpreis hat sich mit seiner Dotierung dabei zu einem Zugpferd entwickelt. So zählten zu den Preisträgern unter anderem Cornelius Völker, Jochen Mühlenbrink und Leunora Salihu, die über das Bergische Land hinaus bekannt sind.
Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler kommen auch in diesem Jahr vielfach aus dem Umfeld der Kunstakademie Düsseldorf. Einige sind durch überregionale Ausstellungen bekannter, andere stehen noch ganz am Anfang ihrer Karriere. Ausgewählt wurden sie aus über 200 Bewerbungen. Gezeigt würden ab Ende September die innovativsten und spannendsten Einreichungen, heißt es im Museum.
Gezeigt werden diesmal Arbeiten von Lou Baltasar, dem Kunstduo Friedemann Banz und Guilia Bowinkel, von Janine Böckelmann, Tristan Ulysses Hutgens, Nadine Karl, Jody Korbach, Kim-Camille Kreuz, Soyeong Lee, Linda Nadji, Han Seok, Kim Stolz, Isabell Wenzel, Laude Yu und Luis Zimmermann.
Der mit 10.000 Euro dotierte 79. Internationale Bergische Kunstpreis der National-Bank AG geht in diesem Jahr an Fynn Ribbeck. Er gehört nach Angabe des Kunstmuseums Solingen zu jenen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen – die jedoch „vielversprechend“ sei, weil er bereits vielfach ausgezeichnet wurde.
Ribbeck wurde 1995 in Remscheid geboren und hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rebecca Warren, Marcel Odenbach und Dominique Gonzalez-Foerster studiert, deren Meisterschüler er war. Zuletzt hat er noch ein postgraduelles Programm an der Kunsthochschule für Medien Köln absolviert. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf und Wuppertal.
Die ausgezeichnete Arbeit „An eggshell mind“ besteht aus einem über 12-minütigen Video aus dem Jahr 2023. Darin hat Ribbeck historische Fotografien, Personen und Architekturen aus den 1930er-Jahren so dekonstruiert, dass digitale Collagen und Überlagerungen entstanden sind. Sie wurden zudem aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und in einen neuen Sinnzusammenhang gebracht, wie es bei der Jury heißt. Und weiter: „Zeit-ebenen werden aufgehoben und die Ordnung der analogen Welt außer Kraft gesetzt. Es entstehen neue Kontexte und eine Bildästhetik, die an Traumwelten erinnert.“
Der Preis wird zur Ausstellungseröffnung am 27. September (Wuppertaler Straße 160, 15 Uhr) übergeben. Zum Ende der Ausstellung gibt es die Publikumspreise in Höhe von 1.500, 1.000 und 500 Euro, die von der Stadt-Sparkasse Solingen verliehen werden.
Foto: Kunstmuseum Solingen/Fynn Ribbeck (Fynn Ribbeck ist der diesjährige Kunstpreisträger)