Malerei, Literatur und Musik

Am 7. März 2026 findet im Solinger Atelier „AndersARTig“ eine Veranstaltung statt, die Malerei, Literatur und Musik vereint

Im Mittelpunkt des Nachmittags (ab 14.30 Uhr) steht Lilian Muscutt, die den meisten eher als Autorin bekannt sein dürfte. Im Atelier „AndersARTig“ (Alexander-Coppel-Straße 40) wird sie zum ersten Mal ihre Malerei zeigen und mit ihrer Band „The Roan River Projekt“ (siehe Foto) eigene Songs zum Besten geben. Dabei bezieht sich alles aufeinander: Die 12 abstrakten Werke, die gezeigt werden, seien eng mit dem Roman „Wupperschatten“ verwoben und auch die Musik zu den Romanfiguren komponiert worden, berichtet die Autorin in einer E-Mail.

Der Roman knüpft an Muscutts Krimi „Flussrauschen“ an, in dem ein Journalist und eine Kommissarin einem Fall nachspüren. Das ist auch diesmal so, als menschliche Überreste in einem alten und verbarrikadierten Schleifkotten gefunden werden. In Rückblenden geht es in das Solingen der 1930er- und 1940er-Jahre und damit in die Welt der Schleifer-Familien.

Im Mittelpunkt von „Wupperschatten“ stehen die Geschwister Paul und Anni. Die Handlung: Paul wurde 1918 in Solingen geboren und war Schleifer, Hitler-Gegner, Maler und Dichter. Bis 1945 war er im Lüttinghausener Gefängnis inhaftiert. Ein englischer Mitgefangener brachte ihm dessen Muttersprache bei, sodass Paul in seinen Gedichten die Sprache der Nationalsozialisten durch Englisch ersetzen konnte.

Viele Jahre nach Pauls Tod ordnet seine Schwester den künstlerischen Nachlass, um ihn vor dem Vergessen zu bewahren. In dem Krimi spielt auch das Massaker in der Wenzelnberg-Schlucht bei Langenfeld eine Rolle. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden dort 71 Gefangene aus Lüttringhausen von der Gestapo hingerichtet.

Die Ausstellung zeigt unter anderem Collagen aus Buchseiten des Romans, englischsprachigen Gedichten auf Büttenpapier und abstrakter Malerei. Die Lesung (ab 17.30 Uhr) werde durch die Musik und verteilte Rollen eher eine Art Live-Hörspiel werden, verspricht Muscutt. Die Ausstellung ist auch noch am 8. März von 14 bis 16 Uhr zu sehen. Der Eintritt an beiden Tagen ist frei, Spenden sind willkommen.

Foto: Frank Reimann