Ein Bild und seine Geschichte

Der Maler Lovis Corinth (1858 bis 1925) malte 1923 ein Porträt seines Freundes Walther Silberstein (1871 bis 1930)

Walther Silberstein und Lovis Corinth waren Nachbarn und später auch Freunde: Beide lebten in der Klopstockstaße im 1920 neu gegründeten Berliner Hansaviertel, das heute zum Bezirk Tiergarten gehört. Corinth porträtierte den Herrenausstatter, der sich mit einem „feinen Anzug“ revanchierte. Nach Silbersteins Tod blieb das Porträt im Besitz seiner Witwe. Als Jüdin wurde sie mit ihrer Tochter Vera 1942 jedoch nach Riga deportiert, wo sich ihre Spuren verlieren.

Noch vor Kriegsende erwarb wahrscheinlich der Berliner Sammler und Rechtsanwalt Conrad Doebbeke das Bild, was er jedoch zu verschleiern suchte. In den 1960er-Jahren wollte ein Zweig der Familie Silberstein das Gemälde zurückbekommen, scheiterte jedoch. Das lag auch daran, dass das Bild seit einer Ausstellung 1926 unter „Max Silberstein“ gelistet – und dieser Fehler nie korrigiert wurde. Irgendwann wurde auch die Widmung „Herrn Silberstein“ entfernt, vermutlich vor 1945.

Foto:  Bergische Blätter

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