Die Circular Valley Convention im März 2026 hat es bereits gezeigt: Kreislaufwirtschaft ist keine Öko-Spinnerei, sondern ökonomisch sinnvoll, vor allem angesichts der derzeitigen weltweiten Krisen und Kriege. So sagte ein Firmenvertreter eines niedersächsischen Kunststoffverarbeiters in einer Online-Pressekonferenz zum Thema „Nachhaltigkeit im Mittelstand – Standortvorteil oder Wettbewerbsnachteil?“ über Rezyklate, also recycelte Kunststoffe: „Gelbe Säcke reisen nicht durch die Straße von Hormus“. Und das gilt auch für Strom aus Erneuerbaren Energien. Sein Unternehmen hätte jedes Fitzelchen Fläche mit Photovoltaik zugepflastert, sodass die hohen Energiepreise gut abgefedert werden könnten.
Schon viele Unternehmen sind auf diesem Weg, auch im Bergischen Land, wie alleine schon eine Küchenmaschine in Schwarz zeigt. Mit der Farbe können mehr recycelte Materialien verwendet werden, heißt es dort ganz offiziell. Das wird in der Fan-Gemeinde kaum als Makel, sondern als schicke Design-Entscheidung wahrgenommen. Und das ist der größte Coup den das Unternehmen gelandet hat – erst garnicht in die Öko-Spinner-Ecke gedrängt worden zu sein.
Unternehmen nutzen Replikate oder Erneuerbare Energien auch nicht, weil sie so gut sind, sondern weil es für sie rechnet und eine gute Wette darauf ist, auch in einigen Jahren noch erfolgreich sein zu können. Denn auch Geldinstitute und Versicherungen machen ihre Entscheidungen immer mehr an Klimarisiken fest, wenn Kredite vergeben oder etwas versichert werden soll.
Die Frage ist, warum das in der derzeitigen Diskussion kaum wahrgenommen wird? Denn die Antwort auf die Eingangsfrage bei der Pressekonferenz von großen wie kleinen Mittelständlern lautete, dass der Weg hin zur Nachhaltigkeit nicht der einfachste war, sie aber heute nicht mehr auf dem Markt wären, wenn sie diesen nicht gegangen wären.