Alle reden davon, dass die Gesundheitskosten explodieren, aber offensichtlich scheint nicht überall klar zu sein, dass vieles auch hausgemacht ist. Uns kam jetzt ein Beispiel zu Ohren, bei dem man nur den Kopf schütteln kann. Eine Dame im Rollstuhl, die in einer Senioreneinrichtung in Wuppertal lebt, musste zum Zahnarzt. Der „Hauszahnarzt“ kommt jedoch nicht aus Wuppertal, sondern hat seine Praxis in Bochum, wohin die Dame gebracht werden musste. Macht das Sinn, wenn ein lokaler Zahnarzt schon einmal im Haus war, um die Patientin vor Ort zu behandeln? Wohl kaum.

Aber das ist nicht alles. Von den Angehörigen wurde verlangt, alles fallenzulassen, um den Besuch zu begleiten. Nun leben ältere Menschen oftmals in Senioreneinrichtungen, weil ihre Angehörigen sie nicht rund um die Uhr versorgen können, mitunter sogar in einer anderen Stadt wohnen. Ein „mal eben vorbeikommen“ ist also nicht immer möglich.

Alternativ muss aus der Senioreneinrichtung jemand den Arztbesuch begleiten – die Rechnung bekommen die Angehörigen. Und die wäre natürlich wesentlich preiswerter, wenn der Besuch innerhalb der Stadt – und nicht über 30 Kilometer pro Fahrt entfernt – liegen würde. Veranschlagt wurden dafür 3 Stunden, die mit 125 Euro berechnet wurden.

Das kann im Zweifel für die Einrichtung ein gutes Geschäft sein – bindet aber eine Pflegekraft völlig unnötig. Und es ist ja nicht so, dass jene sich in Pflegeheimen langweilen würden.

Am Ende bezahlen also alle, obwohl es eigentlich so einfach hätte sein können. Vielleicht sollte man immer mal wieder genau hinschauen, wenn jemand klagt, dass die Kosten explodieren. Denn so etwas ist sicherlich kein Einzelfall. Aber was weiß ich schon …

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