Mouhanad Khorchide ist praktizierender Muslim, der schon die Chance hatte, in Mekka die Kaaba mit seinen eigenen Augen zu sehen. 2023 hat er den Jakobsweg bestritten. Das Pilgern erfreut sich unter Christen seit einigen Jahren besonderer Beliebtheit. Sehr beliebt ist dabei der Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Die Reise unternehmen mittlerweile auch Personen anderer Glaubensrichtungen. Einer davon ist Mouhanad Khorchide. Der Österreicher wurde 1971 in Beirut geboren und hat ein Studium in islamischer Theologie und Soziologie abgeschlossen. Seit 2010 bildet er an der Universität Münster islamische Religionslehrer aus. Seit langer Zeit setzt er sich gegen den Politischen Islam und Islamismus ein und ist seit letztem Jahr in der „Task Force Islamismusprävention“ des Deutschen Innenministeriums. Er spricht oft darüber, dass der Islam Säkularismus benötige, um vor politischem Missbrauch geschützt zu werden. In seinem Buch „Ein Muslim auf dem Jakobsweg“ aus dem Jahr 2024 erzählt er von seiner Pilgerreise quer durch Zentral- und Westeuropa. Dabei kam er mit unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch. Diese Reise sei auch eine Reise ins eigene Ich gewesen und habe dazu geführt, dass er nicht nur das Christentum, sondern auch den Islam neu erleben und kritisch hinterfragten konnte. Für ihn sei das christliche Pilgern etwas ganz anderes als der islamische Hadsch nach Mekka. Am 11.September 2025 kommt Khorchide im Rahmen einer Lesung mit dem pädagogischen Mitarbeiter des Katholischen Bildungswerks, Volker Niggemeier, ins Gespräch. Diese findet im Rahmen des offenen Abends der Johanneskirche in der Altenberger Straße 25 in Wuppertal statt. Der Abend ist eine Kooperation des Katholischen Bildungswerks mit der evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-Südstadt. Der Eintritt ist frei. Beginn ist um 19.30 Uhr.
Emre Cakmak
Foto: Mouhanad Khorchide