Bis heute ungeklärt

Bis heute ungeklärt ist die Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert im Jahr 1225 – Ausstellungen im Westfälischen Landesmuseum für Archäologie Herne und auf Schloss Burg

Wir erhielten bei der Regionale 2006 den Wirtschaftspreis "Lebendige Unternehmenskultur"

Lesen Sie in der Printausgabe

Solingen/Herne: Schloss Burg und Westfälisches Landesmuseum

Links und rechts der Wupper
Wuppertal: Stadtwerke
Mehr Kundennähe
Kultur
Wuppertal: Von der Heydt-Museum
Gärtner schuf Gesamtkunstwerk
Extra
Wuppertal – 24 Stunden live
Aus der Bergischen Universität
Neuer Studiengang Editionswissenschaft

Wenn an schönen Wochenenden die Georgsritter nach Schloss Burg in Solingen kommen und im Burghof in ihren dem Mittelalter nachempfundenen Kostümen aus der Geschichte der bergischen Ritter im hohen Mittelalter erzählen, dann haben sie ein begeistertes Publikum. Ritter sind heute „in“ – wegen ihrer Tugend, Tapferkeit, Höflichkeit, Kampfbereitschaft.
Dabei gibt es nicht nur in Sagen und Märchen erschreckende Ereignisse, sondern vor allem auch in der realen Geschichte, die bis heute nicht gänzlich geklärt werden konnten. Dazu gehört der hinterhältige Überfall in einem Hohlweg bei Gevelsberg auf den Grafen Engelbert II. – mit anschließendem grausamen Mord ausgerechnet durch seinen Großneffen Friedrich von Isenburg und seinen Gefolgsleuten.
Wir empfinden heute unsere Region eher als Nebenschauplatz der Geschichte, aber zwischen Wupper und Ruhr entschied sich im 13. Jahrhundert europäische Machtpolitik, und die Akteure waren meist alle miteinander verwandt. Graf Engelbert II. von Berg, seit 1218 als Erzbischof Engelbert I. von Köln „gubernator“ und „provisor“, also Vertreter des staufischen Kaisers Friedrich II. (1212 bis 1250), war nördlich der Alpen der mächtigste Mann im Römischen Reich Deutscher Nation. Zugleich war er Ratgeber und Tutor des Kaisersohns Heinrich VII.
Ausgerechnet dieser hohe Würdenträger und Machtpolitiker fiel einer Verschwörung durch seinen Neffen Friedrich von Isenburg (1190 bis 1226) zum Opfer. Bis heute sind die politischen Rankünen und Hintergründe dieses Mordes, der sehr wahrscheinlich nur eine Entführung werden sollte, nicht gänzlich geklärt – und gerade deshalb hat er immer wieder die Fantasie der Menschen entzündet.
Welche Machtverhältnisse spielten im frühen 13. Jahrhundert eine Rolle, um solch eine Freveltat zu begehen und einen so hohen geistlichen Würdenträger anzutasten? Welche Familienbeziehungen steckten dahinter, gab es überhaupt Familiensinn, Familienbindungen? Oder stellten die Menschen des Mittelalters alles unter den Aspekt des Machtgewinns und Machterhalts?

„Familienbande“ in Solingen

Auf Schloss Burg führt Axel Kolodziej, Direktor des Bergischen Museums, mit seinem Team noch bis zum 24. Oktober 2010 die Ausstellung „Familienbande – Die Grafen von Berg 1101-1225“ durch. Ein zinnengekröntes Burgtor empfängt in den Museumsräumen die Besucher, mit tiefrotem Samt ausgeschlagen sind die Wände der Sonderausstellungsräume. Sie sind ein wenig feierlich, auch Respekt einflößend – eben ritterlich.
[mehr ...]

Letzte Änderung dieser Seite: 03.09.2010