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	<title>Bergische Blätter</title>
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	<description>Magazin für das Bergische Land</description>
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		<title>Wuppertal: Von der Heydt-Museum</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 09:45:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>snasemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[10.2012]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Röhrig]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Heydt-Museum]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wirkt erschreckend lächerlich: Auf kleinen, spitz zulaufenden Füßen schiebt ein Mann seinen von Mantel, Jackett und Weste eingeschränkten dicken Bürgerbauch nach vorn. Sein rechter Arm hebt einen Stock nach vorn, sein linker liegt hinterm Rücken. Aus der linken Manteltasche ragt eine Zeitung heraus. Extrem verkürzt scheinen die Beine in Karl Röhrigs Holzschnitzarbeit im Verhältnis zum übermächtig schwer vordrängenden Oberkörper. Schlecht gelaunt sind seine Mundwinkel heruntergezogen, ausgefranst hängt im linken ein dicker Zigarren-Stumpen. Tief in die Stirn gesetzt ist die Melone, in der wie ein zerbeulter Heiligenschein eine Blechmarke vom Winterhilfswerk der Nationalsozialisten steckt.<br />
Grauslich komisch und abstoßend, so wirkt diese kleine, keine 40 Zentimeter hohe Figur, der man den Abscheu ansieht, mit der sie Karl Röhrig 1933 aus einem Holzblock arbeitete. Es ist eine Holzschnitzarbeit jenseits aller idealisierenden Schönbildnerei, jenseits aller Figurinen-Tradition für die Vitrinen oder Fensterbänke der Salons – es ist eine einzige Abrechnung, voller Hohn und Satire. Gefährlich ist dieser Spießer unterm Hakenkreuz.<br />
Im Von der Heydt-Museum hat Museumsdirektor Gerhard Finckh dieser kleinen Figur ein wie von rotem Teppich überspanntes Podest gewidmet. Dieser schafft Distanz zu den Besuchern, hebt ihn wie eine Art Reliquie oder kostbares Sammelstück im abgedunkelten Raum einer Schatzkammer unterm Scheinwerferlicht heraus, so wie fast alle anderen Bildwerke von Karl Röhrig in der Ausstellung.<br />
Röhrig konnte solche collagenartigen Arbeiten wie der „Sonntagsspaziergang“ oder „Familie Kann“ während der 1930er Jahre nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen. Zu sehr widersetzten sie sich in ihrer kritisch-satirischen Schärfe dem bombastischen Neoklassizismus der offiziell gefeierten Kunst der Nationalsozialisten.<br />
Gerade in Wuppertal, dem Geburtsort des „Führerbildhauers“ Arno Breker (1900 bis 1991), zeigen Finckh und der Kunst- und Museumsverein bewusst einen Künstler, dessen Stimme letztlich durch das Wirken NS-konformer Künstler verstummen musste. Noch als Student hatte Finckh 1982 die erste von ihm kuratierte Ausstellung in München für das Lebenswerk Karl Röhrigs übernommen. Nun zeigt er in Wuppertal diesen vergessenen Bildhauer zum zweiten Mal, diesmal gemeinsam mit der Kunsthalle Schweinfurt.<br />
Röhrigs Figuren sind nicht glatt geschliffen, ihr Material scheint sich geradezu dem entlarvenden Zugriff des Bildhauerwerkzeugs zu entziehen, so spelzig und roh belassen ist die Oberfläche. Dabei ist Röhrig ein mitleidloser, auch leidvoller Vorläufer des Stefan Balkenhol und ein nicht mehr so von verständnisvollem Humor geprägter Spitzweg. Seine „kleinen Leute“ wirken automatenhaft fremd gesteuert, in ihrer Parallelisierung der hochmütigen Körperhaltung nahezu blind vorantreibend, den widerborstigen Dackel hinterherziehend.<br />
Eindrucksvoll sprechen andere Figuren, wie „Mutter und Kind“ oder „Zwei Männer im Gespräch“ von intensiver Einfühlung. Schwer verlängert der dicke Sack mit den letzten Habseligkeiten den Arm des „Heimkehrers“; trostlos, misstrauisch, auch böse blicken die Augen zur Seite – nichts Gutes erwartend. Röhrig erlebte das Kriegsheimkehrerschicksal gleich zweimal: 1918 und 1945. Als er 1945 nach Hause kam, fand er Wohnung und Atelier in Trümmern vor.<br />
Die Ausstellung konfrontiert das Lebenswerk von Karl Röhrig mit Skulpturen seiner Zeitgenossen und zeigt, dass sein kritischer Sozialrealismus zwangsläufig zwischen die Stühle aller Mainstream-Stile geraten musste. Allein schon wegen der außergewöhnlichen Präsentation sollte man sie nicht versäumen.</p>
<p>Der Künstler</p>
<p>Karl Röhrig, 1886 in Eisfeld geboren, ausgebildet zum Modelleur für Porzellanmanufakturen, studierte 1901 bis 1911 an der Kunstgewerbeschule, später auch an den Akademien von Dresden und München. Nach seiner Weltkriegsteilnahme begann 1918 sein Engagement als Pazifist und Sozialist. Nach 1926 war er als freier Bildhauer in München tätig. Eine Emigration vor dem Nationalsozialismus scheiterte an fehlenden Mitteln. Er lebte nach 1946 wieder in München, engagierte sich in Antikriegs-Initiativen und Gruppierungen des Neuen Realismus. Verarmt starb er 1972 – in dem Jahr, in dem er mit dem Schwabinger Kunstpreis geehrt wurde.<br />
Gisela Schmoeckel</p>
<p>Foto: Von der Heydt-Museum Wuppertal</p>
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		<title>Bergisches Land: Museumslandschaft</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 07:34:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>snasemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[09.2012]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internationaler Museumstag]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie viele Museen gibt es eigentlich im bergischen Städtedreieck? Ein Blick auf die Internetseiten von Wuppertal, Solingen und Remscheid lässt staunen, denn es sind 22 – und im Verborgenen blühen vielleicht sogar noch mehr. Neben Kunst wird dort vor allem &#8230; <a href="http://www.bergischeblaetter.de/?p=1579">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie viele Museen gibt es eigentlich im bergischen Städtedreieck? Ein Blick auf die Internetseiten von Wuppertal, Solingen und Remscheid lässt staunen, denn es sind 22 – und im Verborgenen blühen vielleicht sogar noch mehr. Neben Kunst wird dort vor allem auch Historisches geboten, so zur Industriegeschichte der Region oder zu ganz speziellen Themen wie der Völkerkunde oder der Bibel.<br />
Auch die bergischen Museen sind dabei dem Wandel unterzogen, dem sie sich zwar alle stellen wollen, der jedoch oftmals an den Finanzen scheitert. Und dennoch führt kein Weg daran vorbei, denn wenn sich vor allem die großen Museen nicht für neue Wege, Medien und Präsentationsarten öffnen, werden die Besucher wegbleiben – und noch weniger Geld in die Kassen fließen.<br />
Aber auch dabei sind die Bergischen auf einem guten Weg, wie zum Beispiel der Umbau des Röntgen-Museums in Remscheid, die Fokussierung auf ein Schwerpunktthema im Kunstmuseum Solingen, der vor Jahren eingeschlagene Weg des Historischen Zentrums Wuppertal und die Neueinrichtung des Jüdischen Museums in der Begegnungsstätte Alte Synagoge zeigen.<br />
Um Museen bei dem Wandel eine Hilfestellung zu bieten, wurden 2006 vom Deutschen Museumsbund „Standards für Museen“ formuliert, zu denen vor allem die traditionellen Kernaufgaben in Form von Sammeln, Bewahren, Forschen (und Dokumentieren) sowie Vermitteln (beziehungsweise Ausstellen) gehören. In den letzten Jahren seien zudem „gesamtgesellschaftliche Aufgaben“ hinzugekommen, heißt es beim Museumsbund – denn das Museum soll heute auch „bilden, fördern, fordern und integrieren“. Das heißt, Museen müssen damit zum Beispiel auch barrierefrei, ein Ort der Begegnung, der Diskussion und zugleich der (Hoch-) Kultur sein.<br />
Diese Ansprüche und solche darüber hinaus – die zum Beispiel das Fachpersonal, die Öffnungszeiten und ein robustes Budget betreffen – sollen „kein Regelwerk zur starren Anwendung“ sein, sondern vielmehr von den einzelnen Museen weiterentwickelt werden und eher als Leitfaden für die tägliche Arbeit dienen. Am Ende soll das eine Qualitätsentwicklung und -verbesserung der rund 6.000 Museen in Deutschland bringen – denn der Begriff „Museum“ als solcher ist nicht geschützt.</p>
<p>Museumstag im Bergischen</p>
<p>Einige der bergischen Museen beteiligen sich in diesem Jahr (wieder) am Internationalen Museumstag. Der findet am 20. Mai 2012 in Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum 35. Mal statt. Im vergangenen Jahr haben sich laut Deutschem Museumsbund über 1.800 Einrichtungen am Museumstag beteiligt – und mit ihren mehr als 10.000 Angeboten mehrere tausend Besucher erreicht.<br />
Seit 1978 findet der Tag jährlich statt, seit 1992 unter einem jährlich wechselnden Motto. Damit soll auf die Bedeutung und die Vielfalt der Museen aufmerksam gemacht werden, heißt es bei den Initiatoren. Zudem soll der Tag Anlass sein, die Museen und ihre Schätze und Sammlungen vor der Haustüre wieder neu zu entdecken.<br />
Remscheid stellt sich beim Museumstag besonders breit auf, denn das Röntgen-Museum, das Historische Zentrum mit dem Haus Cleff und dem Werkzeugmuseum und das Tuchmuseum Lennep machen mit. Im Röntgen-Museum gibt es von 11 bis 17 Uhr ein volles Programm, unter anderem mit Experimenten im Röntgen-Laboratorium (11 Uhr), einer Führung von Kindern für Kinder mit dem Mini-Club (14 Uhr), einer „Überblickführung“ für Erwachsene (15 Uhr) und einem Kinderprogramm (16 Uhr).<br />
Das Historische Zentrum öffnet sich zum Museumstag von 11 bis 16 Uhr, das Tuchmuseum von 14 bis 17 Uhr. Dort steht die Ausstellung „Dicke Weiber – Dünne Kerle“ im Mittelpunkt, die Skulpturen und Bilder von Viola und Kay Jürgens zeigt. Geöffnet ist zudem die Galerie der Stadt (14 bis 18 Uhr), die zwar keine besonderen Veranstaltungen plant, aber Werke von Martin Spenger und Stefan Thiel sowie im Skulpturengarten Werke von sechs Bildhauern zeigt.<br />
In Solingen ist das Kunstmuseum mit Führungen durch die aktuelle Ausstellung „Otto Pankok“ sowie die Sammlung dabei, die um 11.15 und 15 Uhr beginnen. Ohne besondere Aktionen zum Museumstag, aber geöffnet sind das Rheinische Industriemuseum mit der Gesenkschmiede Hendrichs (11 bis 18 Uhr), das Deutsche Klingenmuseum (10 bis 17 Uhr) das Museum Plagiarius (13 bis 17 Uhr) sowie der Balkhauser Kotten (10 bis 17 Uhr) und der Wipperkotten (14 bis 16 Uhr). Das Bergische Museum auf Schloss Burg ist geöffnet und am 20. Mai kommen zudem die Georgsritter, die sich ihre Kettenhemden und Gewänder anlegen, um Groß und Klein das Mittelalter durch spielerische Kampfszenen nahezubringen. Vorführungen sind um 11, 14 und 16 Uhr geplant.<br />
In Wuppertal beteiligt sich das Historische Zentrum mit dem Museum für Frühindustrialisierung und dem Engelshaus. Dort wird der Museumstag von 11 bis 17 Uhr mit Lesungen, Führungen und einer Filmvorführung begangen. Gestartet wird mit einer Führung zum Thema „Die industrielle Revolution in Wuppertal und ihr Chronist Friedrich Engels“. Um 13 Uhr schließt sich die Führung „Von der Manufaktur am Engels-Bruch zum Engels-Haus“ an. Beendet wird das Programm mit der Filmvorführung „Friedrich Engels in Manchester“.<br />
Mitmachen wird auch das Kindermuseum in Langerfeld, in dem alles, was ausgestellt wird, von Kindern und Jugendlichen selbst gefertigt wurde. Beim Museumstag bekommen große und kleine Besucher einen Einblick in die Welt der Musik und Malerei aus Kindersicht. Dabei geht es zum Beispiel um Kratzbilder, die Zukunft der Kinder, etwa in Rumänien, Indonesien oder Deutschland, um über 100 fantasievoll gestaltete Musikinstrumente und vieles mehr. Die Mitmachführungen beginnen um 11 Uhr und folgen zu jeder vollen Stunde bis 17 Uhr.<br />
Die Begegnungsstätte Alte Synagoge ist mit einer offenen Führung um 16 Uhr dabei. Im Skulpturenpark Waldfrieden sind derzeit „Skulpturen und Masken aus Nigeria“ zu sehen (10 bis 18 Uhr). Und geöffnet sind auch das Von der Heydt-Museum sowie die Kunsthalle in Barmen. In Elberfeld werden die beiden Ausstellungen „Der Sturm – Zentrum der Avantgarde“ und „Röhrig“ gezeigt (10 bis 18 Uhr), in Barmen Werke von Cornelius Völker (11 bis 18 Uhr).<br />
Mit dabei ist zudem das Neanderthal-Museum in Mettmann. Um 12 Uhr beginnt eine Führung unter dem Motto „Warum sieht es hier so aus?“, die Erläuterungen zur Konzeption des Museums geben will und dies mit einer Führung durch die Dauerausstellung verbindet.</p>
<p>Foto: Michael Mutzberg</p>
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		<title>Neuss: Shakespeare-Festival</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 08:29:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>snasemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[08.2012]]></category>
		<category><![CDATA[Shakespeare-Festival Neuss]]></category>

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		<description><![CDATA[Rainer Wiertz, künstlerischer Leiter des Festivals, ist in seinem Elan kaum zu bremsen, so begeistern ihn einmal mehr die Schauspieler, die er quasi auf der ganzen Welt für das Shakespeare-Festival in Neuss in diesem Jahr gewinnen konnte. 16 Beiträge aus &#8230; <a href="http://www.bergischeblaetter.de/?p=1520">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rainer Wiertz, künstlerischer Leiter des Festivals, ist in seinem Elan kaum zu bremsen, so begeistern ihn einmal mehr die Schauspieler, die er quasi auf der ganzen Welt für das Shakespeare-Festival in Neuss in diesem Jahr gewinnen konnte. 16 Beiträge aus sieben Ländern gehören dazu, die für das Neusser Publikum acht Deutschland-Premieren mit im Gepäck haben werden. Das zeige, dass der Namenszusatz „international“ auch mit Leben gefüllt werde, betont Wiertz.<br />
33 Veranstaltungen stehen vom 7. Juni bis zum 7. Juli 2012 auf dem Programm. Wiertz und sein Team erwarten rund 14.500 Besucher – was einer 94-prozentigen Auslastung entsprechen würde. Im Mittelpunkt steht das Thema Internationalität und Krieg – auch der der Geschlechter und in der Liebe. Was könnte da besser den Anfang machen als „Macbeth“, der laut Wiertz schon länger nicht mehr in Neuss zu sehen war. Entdeckt hat er das Icarus Theatre London bei einem Festival in Edinburgh und vom Fleck weg engagiert.<br />
Die zweite Aufführung wird ein Experiment, von dem die Neusser nicht wissen, ob es gut gehen wird – das aber verspricht, um so spannender zu werden: Die Companie Roy-e-Sabs aus Kabul wird die „Comedy of Errors“ aufführen – und zwar mit unverschleierten Frauen und einem Liebespaar auf der Bühne, was auch heute in Kabul äußert waghalsig ist. Aufmerksam gemacht wurde Wiertz auf die Kompanie durch die Macher des Begleitfestivals bei den Olympischen Spielen in London in diesem Sommer, die die Afghanen eingeladen haben – ebenso wie 33 weitere Kompanien aus den Teilnehmerländern der Olympiade.<br />
Nicht ganz ernst nimmt sich und die Werke Shakespeares die Companie des Petites Heures, die „Richard III.“ im Stil der Komödien der 1940er Jahre inszenieren wird. Humorvoll-tragisch wird es bei „Romeo et Jules yet“, wenn sich die ganz nach dem elisabethanischen Vorbild nur männlichen Darsteller bei der Inszenierung des berühmtesten Shakespeare-Liebespaares selbst ineinander verlieben.<br />
Spannend dürfte auch die Ein-Frau-Inszenierung „Shake Lear!“ mit Bea von Malchus werden, die bereits vor zwei Jahren mit nur einem Kostüm und einem Hocker gepunktet habe, wie es Wiertz ausdrückt. Spaßig werde es mit den vier Schauspielern der Bremer Shakespeare Company und ihrer „Verlorenen Liebesmüh“.<br />
Stolz ist Wiertz darauf, dass die inzwischen berühmte Propeller Company wieder nach Neuss kommt. Das liege vielleicht daran, dass diese schon früh zum Festival eingeladen wurde – und Schauspieler einem dann auch die Treue beweisen, wenn man sie bei den Anfängen unterstützt habe. Als weiteren Höhepunkt des Festivals bezeichnet Wiertz die „Miranda“-Inszenierung von Oskaras Korsunovas aus Litauen, „einem der führenden Regisseure Europas“.<br />
Auf dem Programm stehen zudem von John von Düffel dramatisierte Shakespeare-Sonette, Shakespeare-Lieder, gesungen von Elizabeth Watts, der Entdeckung aus dem vergangenen Jahr, wie Wiertz betont, sowie das selten gespielte „Wintermärchen“. Hinzu kommt „Ein Sommernachts-traum“ mit viel Musik und ein „Othello“ als Hip-Hop-Variante, der ebenfalls im Rahmen der Olympischen Spiele in London zu sehen sein wird.<br />
Nicht fehlen dürfen natürlich die Lectures von Patrick Spottiswoode, dem „heimlichen Star“ des Festivals. Hinzu kommt in diesem Jahr eine Lecture von Jerzy Limon aus Danzig, Mitbegründer des europäischen Netzwerks der Shakespeare-Festivals, dem auch das Neusser angehört. Mitbringen wird Limon gleich die beste Shakespeare-Inszenierung Polens von 2011, die den „Hamlet“ in den Blick nimmt – eine „ganz spannende, zeitgenössische Inszenierung und unglaublich gut gemacht“, wie Wiertz betont.<br />
Silke Nasemann</p>
<p>Foto: Shakespeare-Festival Neuss/Britt Schilling</p>
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		<title>Wuppertal: Von der Heydt-Kunsthalle</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 07:43:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>snasemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[07.2012]]></category>
		<category><![CDATA[Cornelius Völker]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Heydt-Kunsthalle Barmen]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Barmer Kunsthalle findet zurzeit ein wahrer Schaukampf zwischen dem Freiheitsdrang der Farbe und der bezwingenden Formkraft der Malerei statt. Zugleich sind wir Zeugen eines Kampfes zwischen abstrakter Farbmalerei und Gegenstandsbeschreibung – und dieser Kampf findet nicht vorsichtig, abwägend &#8230; <a href="http://www.bergischeblaetter.de/?p=1469">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Barmer Kunsthalle findet zurzeit ein wahrer Schaukampf zwischen dem Freiheitsdrang der Farbe und der bezwingenden Formkraft der Malerei statt. Zugleich sind wir Zeugen eines Kampfes zwischen abstrakter Farbmalerei und Gegenstandsbeschreibung – und dieser Kampf findet nicht vorsichtig, abwägend als Gratwanderung zwischen Formlosigkeit und Formentstehung statt, sondern mit allen virtuosen, großzügig eingesetzten Mitteln der Malerei. Ein vielfältiges Instrumentarium von der lasierenden, glatten Malerei altmeisterlicher Traditionen bis zum pastosen, reliefhaft sich auftürmenden, stauchenden und quellen Farbauftrag, vom flüssigen schlierenartig verfließenden Spiel der Farbverläufe bis zum harten, trockenen, partiellen Absprengen.<br />
Ganz gleich, ob wir mit dem Blick in den strudelnden Wasserabfluss (Abbildung rechts) oder dem langsamen Flüssigwerden eines Himbeerkompotts, dem aus einem Gürtel herausquellenden Männerbauch oder einem hart verriegelten Frauenrock hineinschauen – immer verursachen Gestus des Farbauftrags und Schilderung Lust und Begierde hinzuschauen, zugleich aber auch Abstoßung, eine zwiespältige, lustvolle Freude am Hässlichen, das sich in Schönheit und Farbrausch verwandelt. Farbe ist physisch vorhandenes Material, zugleich Medium der Beschreibung. Ein Bild ist Farbfläche und Farbraum, ein Gegenstand ist Form und freie Malerei, sie erzeugt den Eindruck filmischer Bewegung. Das Wollen des Malers findet in dem Freiheitsdrang der Farbe seine Herausforderung – genau deshalb wird die Farbe an den Gegenstand gebunden. Wir werden Zeugen einer grandiosen Synthese. Es gibt keinen Unterschied zwischen abstrakt und gegenständlich. Der jahrzehntelange Streit wird vollkommen überflüssig gemacht!<br />
Cornelius Völker, 1965 in Kronach geboren, studierte in Düsseldorf bei zwei herausfordernden Vertretern der neuen, „wilden“ Malerei der 1980er Jahre: A.R. Penck und Dieter Krieg. Nach dem Meisterstudium bei Letzterem folgten Auslandsaufenthalte und Stipendien in Paris, Kiel und Nordrhein-Westfalen. 1999 bekam er den Bergischen Kunstpreis des Museums Baden in Solingen, 2004 erhielt er den Lingender Kunstpreis. Seit 2005 hat er eine Professur für Malerei an der Kunstakademie Münster.<br />
Die Ausstellung bis zum 27. Mai 2012 in der Barmer Kunsthalle gibt einen Überblick über die letzten 20 Jahre seiner Malerei. Sie wurde zusammen mit der Villa Stuck München, dem Wilhelm Hauck Museum Ludwigshafen und dem Mönchehaus Museum Goslar erarbeitet. Sie zeigt einen Virtuosen des Malens, der sich reflektiert malerische Traditionen aneignet, um sie konzeptuell in Serien zu erproben, sie gegeneinander auszuspielen, mit den Meistern des Barock einen Dialog zu eröffnen, zugleich Informel und Neue Sachlichkeit des 20. Jahrhunderts zusammenzubringen. Alles ist möglich, alles kann erreicht werden.<br />
Der dick aufgetragene Pinselstrich zerfasert zum feinen Fellhaar des Meerschweinchens auf glattem, wie gedruckt gleichmäßigen Farbgrund; dicke weiße Farbspuren lassen spiegelnde Bilder von Pistolen entstehen, Fleischfalten an Bauch und Oberschenkeln sind reliefhaft aufgetragene Farbwülste. Im Katalog des Schirmer Verlags spricht Cornelius Völker vom „Alchemismus der Farbpigmente“ – die verschieden schwer – nach unten sinken oder nach oben schweben können. Für ihn ist die Farbe „Widerpart, Widerspruch, in dem die Bilder sich bewegen“. Die Monumentalität, auch im kleinen Format der Schwimmer-Reihe, lässt Widerspruch nicht zu – wir sind hingerissen überwältigt!<br />
Gisela Schmoeckel</p>
<p>Foto: Von der Heydt-Museum</p>
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		<title>Wuppertal: Von der Heydt-Museum</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Mar 2012 10:01:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>snasemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[06.2012]]></category>
		<category><![CDATA[Der Sturm]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Heydt-Museum]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor 100 Jahren, am 12. März 1912, eröffnete Herwarth Walden (eigentlich Georg Lewin) seine Galerie „Der Sturm“ in Berlin. Hiermit begann ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der modernen Kunst. So oder so ähnlich könnte eine Führung durch die Ausstellung &#8230; <a href="http://www.bergischeblaetter.de/?p=1412">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor 100 Jahren, am 12. März 1912, eröffnete Herwarth Walden (eigentlich Georg Lewin) seine Galerie „Der Sturm“ in Berlin. Hiermit begann ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der modernen Kunst. So oder so ähnlich könnte eine Führung durch die Ausstellung „Der Sturm“ beginnen. Doch nicht Berlin, sondern Barmen und Elberfeld waren schon vor 1912 wichtige Zentren der Moderne, die die Galerie in Berlin erst möglich machten. Umso vielfältiger sind die Verknüpfungspunkte zwischen Walden und den damals aufstrebenden Städten im Tal der Wupper.<br />
Herwarth Walden war in erster Ehe mit der in Elberfeld geborenen Dichterin Else Lasker-Schüler verheiratet – und sie war es wohl auch, die den Namen „Der Sturm“ für die ab 1910 herausgegebene Zeitung geprägt hat, nach der zwei Jahre später auch die Galerie benannt wurde, berichtet Gerhard Finckh, Direktor des Von der Heydt Museums. Kennengelernt hatte Walden Lasker-Schüler in seiner Heimatstadt Berlin schon vor der Jahrhundertwende – und heiratete sie 1903, nur knapp sieben Monate nach der Scheidung von ihrem ersten Mann Jonathan Berthold Lasker.<br />
Else Lasker-Schüler ist wahrscheinlich auch für sein Pseudonym verantwortlich, das er bereits 1901 angenommen hatte. 1910 trennte sich das Paar, was 1912 mit der Scheidung auch rechtskräftig gemacht wurde.<br />
Die ersten Künstler, die in der Berliner Galerie gezeigt wurden, waren die der Gruppe „Blauer Reiter“, auf die Richart Reiche mit Ausstellungen des Barmer Kunstvereins, den er leitete,  bereits zuvor aufmerksam gemacht hatte. Reiche und auch der Sammler und Mitbegründer des heutigen Wuppertaler Museums, August von der Heydt, zählten zu den ersten Förderern der Expressionisten.<br />
Viele heute berühmte Werke wurden damals von Barmer und Elberfelder Sammlern gekauft: Alexej von Jawlenskys „Mädchen mit der Pfingstrose“ war eine Schenkung an den Barmer Kunstverein, Franz Marc schenkte dem Leiter des Barmer Kunstvereins Reiche seinen „Blauschwarzen Fuchs“, der später in den Besitz von August von der Heydt überging, und auch andere Künstler wie der Amerikaner Albert Bloch fanden in Wuppertal Sammler.<br />
Der Wechsel nach Berlin scheint auch nicht ohne Einfluss aus dem Rheinland erfolgt zu sein: Reiche organisierte in Köln eine große Sonderbund-Ausstellung, die die aktuellen Kunstströmungen zeigen sollte. Dabei rückte er die „Väter der Moderne“ Vincent van Gogh und Edvard Munch in den Mittelpunkt und sortierte dafür die Künstler des „Blauen Reiters“ aus, die daraufhin zu Walden nach Berlin kamen. „Der Sturm“ wurde erst einmal ihre wichtigste Galerie.<br />
1910 gründete der Musiker und Schriftsteller Walden seine eigene Zeitung unter dem Titel „Der Sturm“. Darin präsentierte er die Pioniere des künstlerischen Aufbruchs, die ihre Kunst unter anderem im Barmer Kunstverein 1911 ausstellten. Dazu gehörten zum Beispiel die „Brücke“-Künstler Max Pechstein und Ernst Ludwig Kirchner. Zudem sollte die Zeitung eine Plattform für „Unabhängige“ sein, die ihre eigenen Gedanken und Anschauungen hätten, wie es Walden selbst ausdrückte. Neben der bildenden Kunst stand auch die Literatur mit Romanen, Gedichten und Novellen im Fokus – und damit die im Wuppertal geborenen Dichter Else Lasker-Schüler und Peter Baum, sowie seine Geschwister Hugo Baum, der Dramen und Novellen schrieb, und Julia Baum, eine Malerin.<br />
Mitarbeiter der Redaktion war Oskar Kokoschka. Noch vor der Galerie-Eröffnung organisierte Walden für Kokoschka eine Einzelausstellung. In der ersten Ausstellung im „Sturm“ zeigte Kokoschka dann unter anderem Porträts von Walden und Baum, der Lasker-Schüler noch aus seiner Kindheit kannte und die er in Berlin wiedergetroffen hatte. Dazwischen war Kokoschka auch im Barmer Kunstverein zu sehen.<br />
Kokoschka, Walden und Lasker-Schüler unternahmen zusammen eine Werbetour für die Zeitschrift, die nicht von ungefähr ins Rheinland und nach Elberfeld führte, wo man neue Interessenten vermutete. Und um Reiche bei seiner Ausstellungspolitik zu unterstützen, erschien im März-Heft 1913 ein Kommentar unter dem Titel „Wacht an der Wupper“.<br />
In den besten Zeiten hatte die Zeitung mit bis zu acht Seiten eine wöchentliche Auflage von 30.000 Exemplaren. Zu sehen sind Beispiele daraus ebenfalls im Von der Heydt-Museum.</p>
<p>Der Sturm in Berlin</p>
<p>Ziel der Wuppertaler Ausstellungsmacher war es, nicht irgendwelche Werke von Wassily Kandinsky, Jawlensky oder August Macke auszustellen, sondern die, die auch damals in der Galerie gezeigt wurden. So war zunächst geplant, nur eine kleine Ausstellung zu zeigen. Doch Kuratorin Antje Birthälmer hatte Erfolg – und so wuchs die Ausstellung auf fast 200 Werke.<br />
Gezeigt werden deshalb zum Beispiel auch die italienischen Futuristen, die ihre Werke im April und Mai 1912 in der Berliner Galerie zeigten, und die laut Manifest ihres Wortführers Fillippo Tommaso Marinetti dabei „Die Schönheit der Schnelligkeit“ zeigen wollten. Sie übten mit ihren Werken eine nachhaltige Wirkung auf deutsche Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner aus, wie es im Von der Heydt-Museum heißt.<br />
Mit dem Ersten Deutschen Herbstsalon 1913 katapultierte sich „Der Sturm“ in das Herz der europäischen Avantgarde. Organisiert hatte Walden die Ausstellung gemeinsam mit Kandinsky, Marc und Macke, um die große Kölner Sonderbund-Ausstellung in den Schatten zu stellen. Auf der Suche nach avantgardistischen Künstlern führten Waldens Reisen wieder über Barmen und Elberfeld.<br />
Damals neue Namen aus dem Ausland waren Henri Rousseau und Lyonel Feininger, die ihre Werke ebenfalls in Berlin zeigten. Zu sehen waren zudem Pariser und Prager Kubisten. Nicht mit dabei war allerdings Pablo Picasso, den Walden nie für sich gewinnen konnte, wie Finckh berichtet.<br />
Dagegen hat Walden Marc Chagall quasi erst berühmt gemacht: Erste Werke waren im Herbstsalon bereits vertreten, bevor er 1914 seine erste Einzelausstellung bekam. Auch die Entdeckung des russischen Bildhauers Alexander Archipenko, der als Erneuerer der Plastik galt, schrieb sich Walden selbst zu.<br />
Lesen Sie weiter in der Ausgabe 06.2012, die am 24. März 2012 erscheint.</p>
<p>Foto: Robert Delaunay: Die drei Fenster, der Turm und das Rad/Von der Heydt-Museum/L &amp; M Services B.V. The Hague 20110403</p>
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		<title>Wuppertal: Stadtverwaltung</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Mar 2012 09:37:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>snasemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[05.2012]]></category>
		<category><![CDATA[Haushaltssanierungsplan]]></category>
		<category><![CDATA[Stärkungspakt]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie man es in Wuppertal auch dreht und wendet: Am Ende müssen über 40 Millionen Euro eingespart werden, um die Gelder aus dem Stärkungspakt tatsächlich zu bekommen – und 2016 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Gelingt dies, könnte der &#8230; <a href="http://www.bergischeblaetter.de/?p=1358">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie man es in Wuppertal auch dreht und wendet: Am Ende müssen über 40 Millionen Euro eingespart werden, um die Gelder aus dem Stärkungspakt tatsächlich zu bekommen – und 2016 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Gelingt dies, könnte der jetzt vorgelegte Haushaltssanierungsplan (HSP) der letzte sein, der Einsparungen in dieser Höhe vorsieht, betont Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung bei der Vorstellung der Pläne der Verwaltungsspitze. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, wie auch die Eckdaten für den Doppelhaushalt 2012/2013 zeigen: Einnahmen von 1,1 Milliarden Euro stehen 2012 Ausgaben von fast 1,3 Milliarden Euro gegenüber, wie Stadtkämmerer Johannes Slawig in seinem Haushaltsplan aufgelistet hat. Ziehe man die 72 Millionen Euro ab, die in diesem Jahr aus dem Stärkungspakt nach Wuppertal fließen, bleibt immer noch ein Minus von fast 89 Millionen Euro über. Für das Jahr 2013 hat der Kämmerer unter gleichen Bedingungen ein Defizit von knapp über 66 Millionen errechnet.<br />
Das heißt, dass die Stadt weiterhin ihre Ausgaben kürzen muss. Doch das ist laut Slawig nach zehn Jahren mit einem Haushaltssicherungskonzept gar nicht so einfach, wenn die Stadt ihren Status als Oberzentrum halten wolle. Deshalb werde der Stadtrat nicht umhin können, auch Steuererhöhungen zuzustimmen, so Slawig. Oberbürgermeister Peter Jung drückt es so aus: „Ein HSP, der keinem weh tut und dessen Folgen nicht zu spüren sind, kann es nicht geben“.<br />
Dennoch stehen an erster Stelle weitere Einsparungen bei den Personalkosten: Gehe man durchschnittlich von 50.000 Euro Kos-ten pro Jahr für eine Vollzeitstelle aus, soll laut Haushaltssanierungsplan ab 2015 eine Million Euro an Personalkosten einge-spart werden, was 20 Vollzeitstellen entsprechen würde. Bis 2021 stehen sechs Millionen eingesparte Euro und 120 Stellen im Plan – wenn man Tariferhöhungen von maximal 1,5 Prozent zugrunde legt. Das gehe natürlich zu Lasten von Öffnungszeiten sowie Leistungen und Angeboten, betont Slawig.<br />
Alleine in Slawigs eigenem Ressort sollen 15 Prozent der Stellen wegfallen, sagt der Kämmerer. Grundsätzlich soll jedoch überprüft werden, ob eine Stelle wiederbesetzt werden muss, wenn Personal gerade ausgeschieden ist. Nach Berechnungen der Stadt werden bis 2021 883 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit in den Ruhestand gehen (von derzeit 3.895 Mitarbeitern). Andererseits gebe es auch genug Bereiche wie in Kindergärten und bei der Feuerwehr, bei denen kein Personal abgebaut werden könne, weil gesetzliche Vorgaben den Personalschlüssel bestimmen.<br />
Der Spielraum ist also eher begrenzt. Deshalb sollen sowohl Wünsche in Bezug auf Arbeitszeitreduzierungen als auch Beurlaubungen „großzügig“ beschieden werden, um Personalkosten einzusparen. Zudem sollen steigende Tarife bei Rettungskräften über höhere Gebühren für die Dienste kompensiert werden. Aus vielen Einzelmaßnahmen setzt sich zudem die Liste der Einsparungen bei den Sachkosten zusammen, die ab diesem Jahr drei Millionen Euro weniger bringen sollen.</p>
<p>Kultur, Jugend und Soziales</p>
<p>Weil der Bereich Kultur in Deutschland zu freiwilligen Leistungen gehört, die Kommunen diese also nicht zwingend anbieten müssen, wird dort weiter der Rotstift angesetzt. Zudem lägen die Ausgaben für Kultur je Einwohner im interkommunalen Vergleich „immer noch im Spitzenbereich“, heißt es bei der Stadtspitze. Insgesamt soll der städtische Zuschuss um 130.000 Euro gekürzt werden. Hinzu kommen 400.000 Euro, die für Miet- und Betriebskosten des Schauspielhauses wegfallen, wenn die kleine Spielstätte aufgegeben wird.<br />
Aus dem letzten Haushaltssicherungskonzept wurden die Einsparungen in Höhe von zwei Millionen Euro übernommen, die darüber hinaus zu Lasten der Wuppertaler Bühnen gehen. 2013 soll der Zuschuss um 600.000 Euro gekürzt werden, 2014 um 1,2 Millionen Euro und 2015 dann um besagte zwei Millionen Euro. Vom derzeitigen 10,8-Millionen-Etat bleiben ab 2015 8,8 Millionen Euro übrig.<br />
Eine Einsparung bei den Verwaltungsausgaben in Höhe von 400.000 Euro erhofft sich die Stadtspitze durch die Gründung einer Kulturbetriebsgesellschaft mit den Bühnen und dem Orchester. Das sei laut Jung auch in anderen Städten gängige Praxis, zum Beispiel in Essen, und hätte keine Auswirkungen auf das künstlerische Angebot. Zudem soll die Stadthalle mit 100.000 Euro weniger auskommen als bisher und die Stadtteilbibliothek Uellendahl von dem angemieteten Standort in das Schwimmbad Uellendahl umziehen.</p>
<p>Lesen Sie weiter in der Printausgabe 05.2012, die am 10. März erscheint.</p>
<p>Titelcollage: Michael Mutzberg</p>
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		<title>Bergisches Land: Kinderhospiz</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 10:32:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>snasemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[04.2012]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie sind quasi das Tüpfelchen auf dem i – die 600.000 Euro, die jetzt das Wuppertaler Familienunternehmen EDE (Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler) für den Bau des Bergischen Kinderhospizes spendete. Denn mit ihnen sind 80 Prozent des Geldes vorhanden, die die Vertreter &#8230; <a href="http://www.bergischeblaetter.de/?p=1301">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sind quasi das Tüpfelchen auf dem i – die 600.000 Euro, die jetzt das Wuppertaler Familienunternehmen EDE (Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler) für den Bau des Bergischen Kinderhospizes spendete. Denn mit ihnen sind 80 Prozent des Geldes vorhanden, die die Vertreter der Kinderhospiz-Stiftung Bergisches Land als Mindestsumme festgelegt haben, um mit dem Bau beginnen zu können.<br />
Aber fangen wir vorne an: In Deutschland leben nach Schätzungen etwa 22.500 Kinder und Jugendliche mit sogenannten lebensbegrenzenden Erkrankungen. Jährlich sterben etwa 5.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an einer solchen Erkrankung. Die Diagnose bedeutet für viele Familien, dass die Kinder über Monate oder Jahre rund um die Uhr betreut werden müssen – was häufig an die Grenzen der körperlichen und seelischen Belastbarkeit geht, wie es bei der Kinderhospiz-Stiftung Bergisches Land heißt. Und auch die Geschwister treten angesichts der Behinderung oder Erkrankung der Schwester oder des Bruders in den Hintergrund. Mit der familiären Situation sind sie so ebenfalls oftmals überfordert.<br />
Deshalb ist es ein Ziel des stationären Hospizes, den Zusammenhalt der Familien zu stärken und alle gleichzeitig zu entlasten. Das kann dann auch mehr als nur eine Ergänzung zu ambulanten Hospizdiensten sein, die die Familien in ihrer häuslichen Umgebung betreuen. Aber betroffene Familien müssen derzeit innerhalb Nordrhein-Westfalens nach Düsseldorf, Olpe, Münster oder Bielefeld ausweichen, wenn sie ein stationäres Hospiz aufsuchen wollen. Generell gibt es in Deutschland nach Angaben des Bundesverbandes Kinderhospiz e. V. in Deutschland nur acht Kinderhospize, wobei weitere in Planung seien, wie es im Internet-Lexikon Wikipedia heißt.<br />
Voraussetzung für die Aufnahme ist eine ärztliche Verordnung, die die Diagnose und die Aussage zur Notwendigkeit der Pflege beinhaltet. Die Kosten für den Aufenthalt werden damit in der Regel von der Kranken- oder Pflegekasse übernommen. Grundsätzlich gehören zu den Aufgaben von Kinderhospizen die palliativmedizinische Behandlung, insbesondere zur Schmerzlinderung und Symptomkontrolle, sowie die palliative Kinderkrankenpflege, die Begleitung und Beratung von Eltern und Geschwistern, Therapien wie Krankengymnastik, die soziale Betreuung und die Sterbe- und Trauerbegleitung, heißt es beim Bundesverband Kinderhospiz.<br />
In einem Kinderhospiz arbeiten Fachkräfte wie Kinderkrankenschwestern und -pfleger, Pädagogen, Psychologen, Sozialarbeiter, Seelsorger und zum Teil auch Ärzte. Hilfestellung bekommen sie zumeist von ehrenamtlichen Mitarbeitern, die eine fachspezifische Fortbildung absolviert haben. Diese kümmern sich vor allem um das Freizeitangebot für die kleinen Patienten und ihre Geschwister.</p>
<p>Das Wuppertaler Haus</p>
<p>Nach den Plänen der Kinderhospiz-Stiftung Bergisches Land entsteht das Hospiz auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Kinderheims „Zur Kaisereiche“ im Burgholz. Dort soll für die Patienten, ihre Eltern und Geschwister – eben in familiärer Atmosphäre – ein Zuhause auf Zeit entstehen. Das gilt auch für die Kurzzeitpflege, wenn die Pflegenden Urlaub machen, selbst erkrankt sind oder eine (andere) Krisensituation eintritt. Entstehen soll laut Stiftung „ein Haus voller Leben, Lachen und Toben, aber auch ein Raum für Trauer und Schmerz“.<br />
In der Kinderhospiz-Stiftung Bergisches Land sind die Bethe-Stiftung, der Caritasverband Wuppertal/Solingen und die Diakonie Wuppertal vertreten. Im Mittelpunkt steht die Begleitung von Kindern mit schwersten Erkrankungen und Behinderungen sowie ihrer Eltern und Geschwis-ter. Zwölf Plätze für die kranken Kinder sind vorgesehen. Hinzu kommen Unterkünfte für die Geschwister und Eltern.<br />
Mit dem nun vorhandenen Geld können nach Angabe von Christopf Humburg, Direktor der Caritas Wuppertal/Solingen und einer der Vorstände der Kinderhospiz-Stiftung, die Architekten mit ihren Planungen beginnen, damit möglichst noch in diesem Jahr der erste Spatenstich erfolgen könne. Ziel sei es, das Hospiz 2013 eröffnen zu können.</p>
<p>Auf Spenden angewiesen</p>
<p>Die Bethe-Stiftung wurde 1996 von Roswitha und Erich Bethe mit dem Hauptzweck gegründet, Häuser zur Sterbebegleitung todkranker Kinder und Jugendlicher zu gründen. Bundesweit hat die Stiftung nach eigenen Angaben damit zehn Kinderhospize angeschoben. Wuppertal wäre das elfte Haus.<br />
Für das bergische Kinderhospiz hat die Stiftung eine Spendenverdopplungsaktion gestartet, die gerade zu Ende gegangen ist. Anlass für die Aktion war die Ernennung Erich Bethes im Oktober 2011 zum Ehrenbürger der Stadt Wuppertal.<br />
Bis zu 200.000 Euro standen dabei von der Bethe-Stiftung zur Verfügung, die laut Zita Höschen von der Kinderhospiz-Stiftung „komplett ausgeschöpft“ wurden. Auf das Konto der Stiftung sind nach Angabe von Höschen 269.875 Euro eingegangen. Unabhängig von der Aktion hat das Ehepaar Bethe für das Kinderhospiz aus dem Stiftungsetat eine Spende über eine Million Euro zugesagt. Eine ähnlich hohe Spende kam von der Jackstädt-Stiftung.</p>
<p>Foto: Michael Mutzberg</p>
<p>Lesen Sie weiter in der Printausgabe 04.2012, die am 10. März erscheint.</p>
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		<title>Wuppertal: Begegnungsstätte Alte Synagoge/Kaufhof</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 08:53:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>snasemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[03.2012]]></category>
		<category><![CDATA[Galeria Kaufhof]]></category>
		<category><![CDATA[Leonhard Tietz]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor fast 100 Jahren – am 24. April 1912 – wurde in Wuppertal ein prächtiges Warenhaus eröffnet, das zur Leonhard Tietz AG gehörte. Auch heute noch befindet sich an gleicher Stelle ein Warenhaus – die Galeria Kaufhof. Doch auch wenn &#8230; <a href="http://www.bergischeblaetter.de/?p=1248">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor fast 100 Jahren – am 24. April 1912 – wurde in Wuppertal ein prächtiges Warenhaus eröffnet, das zur Leonhard Tietz AG gehörte. Auch heute noch befindet sich an gleicher Stelle ein Warenhaus – die Galeria Kaufhof. Doch auch wenn die Fassade in Teilen scheinbar die gleiche geblieben ist, kann das Innere heute und gestern kaum verglichen werden.<br />
Das Warenhaus mit der noch heute bestehenden imposanten Nordfassade wurde nach Plänen des Architekten Wilhelm Kreis (1873 bis 1955) entworfen. Es galt als eines der größten und bedeutendsten seiner Art in Westdeutschland: Mit drei prunkvollen Lichthöfen, sechs Treppenhäusern und zehn Fahrstühlen war es eine einzigartige städtische Attraktion, die weit über das Wuppertal ausstrahlte und einen Meilenstein in der zeitgenössischen Warenhaus-Architektur setzte. Denn Warenhäuser waren zu jener Zeit wirkliche „Tempel des Konsums“ und damit echte Zeichen des modernen, großstädtischen Lebens – das man in Elberfeld fand. Man beachte zudem: Erst 1914 wurde, ebenfalls von Kreis entworfen, das neue Tietz-Warenhaus in Köln gebaut.<br />
Kreis arbeitete zunächst in Dresden und trat 1908 die Nachfolge von Peter Behrend als Direktor der Kunstgewerbeschule Düsseldorf an, deren Architektur-Abteilung 1920 in der Kunstakademie aufging. Kreis’ bekanntester Schüler war Arno Breker, 1900 in Elberfeld geborener Architekt und Bildhauer. Vor dem ersten Weltkrieg zeichnete sich Kreis zudem für über 50 Bismarcktürme verantwortlich – auch für den Wuppertaler Turm auf der Hardt, der 1907 entstand. Eine Verbindung zum Wuppertal gab es also auch schon vor dem Auftrag von Tietz.<br />
Mit Breker – dem Lieblingsbildhauer Adolf Hitlers – verband Kreis eine lebenslange Freundschaft und Zusammenarbeit, vor allem während des Nationalsozialismus, denn beide gehörten dem Stab Albert Speers an. Nach 1933 hatte er zunächst viele Aufträge verloren, eben weil er viel für jüdische Bauherren wie Tietz gearbeitet hatte, für dessen Familie er unter anderem 1925 auch das Grabmal auf dem jüdischen Friedhof in Köln entwarf. Doch er ließ sich schnell von den Nationalsozialisten vereinnahmen: Unter Speer arbeitete er zum Beispiel an den neuen, monumentalen Anlagen für Berlin mit. Zuletzt wurde er von Speer in den Arbeitsstab für den Wiederaufbau bombenzerstörter Städte berufen.</p>
<p>Leonhard Tietz</p>
<p>Leonhard Tietz wurde 1849 in Birnbaum an der Warthe (im heutigen Polen) geboren. 1879 eröffnete er sein erstes, kleines Textilgeschäft in Stralsund. 1889 folgte das Geschäft in der aufstrebenden Industrie- und Handelsmetropole Elberfeld – und dorthin verlegte Tietz 1889 auch seinen Wohn- und Firmensitz. 1890 kam eine Barmer Filiale hinzu.<br />
Das Elberfelder Geschäft stellte sich jedoch recht schnell als zu klein heraus und sollte durch ein Mehrabteilungswarenhaus nach französischem Vorbild ersetzt werden. Dabei folgte Tietz als Kaufmann von Anfang an dem (neuen) Prinzip, qualitativ hochwertige Ware zu festen Preisen anzubieten – gegen Bargeld und mit Umtauschrecht. Tietz gilt deshalb als wegweisender Pionier in der Warenhaus-Entwicklung in Deutschland.<br />
Dazwischen verlegte Tietz abermals seinen Firmensitz, diesmal nach Köln, gründete neue Warenhäuser und wandelte sein Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Nach Tietz’ Tod 1914 leitete sein Sohn Alfred Leonhard Tietz – später gemeinsam mit dem jüngeren Bruder Gerhardt Tietz – das Unternehmen weiter. Auch durch Übernahmen wuchs es von 25 Häusern mit 5.000 Angestellten bis Anfang der 1930er Jahre zu einer Firma mit 43 Standorten und 15.000 Mitarbeitern.<br />
Doch der rasante Erfolg endete jäh im Jahr 1933: Weil Tietz Jude war, wurde sein Unternehmen von den Nationalsozialisten „arisiert“, was in diesem Fall heißt, dass die jüdischen Mitglieder der Firmenleitung entlassen und das Unternehmen in Westdeutsche Kaufhof AG (aus der die heutige Galeria Kaufhof GmbH hervorging) umbenannt wurde. Die Familie musste ihre Anteile unter Wert an die neuen Eigentümer (Banken) verkaufen und emigrierte. Ein ähnliches Schicksal erlebte die Familie von Leonhard Tietz’ Onkel Hermann sowie die seines Bruders Oscar Tietz, die die Herti-Häuser (Hermann-Tietz-Konzern) gründeten, die mit Geschäften in Thüringen und Bayern begannen.</p>
<p>Revue im Kaufhaus</p>
<p>Die Begegnungsstätte Alte Synagoge feiert den Geburtstag des Wuppertaler Kaufhauses im April 2012 mit einer zweiwöchigen Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Tempel des Konsums und Ort der Moderne“, die mit Vorträgen, einer Ausstellung und einer musikalischen Revue an das Warenhaus und seinen jüdischen Unternehmensgründer Leonhard Tietz erinnert. Bei der Veranstaltungsreihe ist die Galeria Kaufhof in Elberfeld Kooperationspartner.<br />
Und dort wird am 26. April auch die Revue „Es liegt in der Luft“ aufgeführt werden, die ihre Uraufführung 1928 in Berlin in der Komödie am Kurfürstendamm mit der damals noch unbekannten Marlene Dietrich erlebte. Die Kulisse ist ideal, denn im Mittelpunkt steht ein großes Warenhaus, das als Synonym für die neue Gesellschaft der damaligen Zeit steht, in der man erstmals alles kaufen, umtauschen oder zurückgeben konnte. Der Komponist Mischa Spoliansky musste wie die Familie Tietz vor den Nazis fliehen.</p>
<p>Foto: Michael Mutzberg</p>
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		<title>Wuppertal: Rechtsextremismus</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 09:59:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>snasemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[02.2012]]></category>
		<category><![CDATA[Medienprojekt Wuppertal]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeipräsidium Wuppertal]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit verstärktem Personaleinsatz und einem dreigliedrigen Konzept verschärft die Wuppertaler Polizei ihren Einsatz gegen die jüngsten Entwicklungen in der Nazi-Szene.“ So beginnt die Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Wuppertal zum Projekt „Hellwach gegen Rechtsextremismus“. Doch was war passiert? Es gab immer schon &#8230; <a href="http://www.bergischeblaetter.de/?p=1195">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit verstärktem Personaleinsatz und einem dreigliedrigen Konzept verschärft die Wuppertaler Polizei ihren Einsatz gegen die jüngsten Entwicklungen in der Nazi-Szene.“ So beginnt die Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Wuppertal zum Projekt „Hellwach gegen Rechtsextremismus“. Doch was war passiert?<br />
Es gab immer schon Anzeichen dafür, dass die rechte Szene in Wuppertal nicht gänzlich tot ist, zum Beispiel bei einem Überfall auf Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung am Mahnmal für das Konzentrationslager Kemna, der 2003 im Film „Am rechten Rand“ vom Medienprojekt Wuppertal thematisiert wurde. Im Film ging es zudem um damals aktuelle rechte Strömungen in- und außerhalb Wuppertals.<br />
Und das Medienprojekt blieb am Ball: Im November 2010 sollte der Film „Das braune Chamäleon“ junge Menschen über das Thema Rechtsextremismus aufklären und die aktuelle Szene und Entwicklungen beschreiben, wie Norbert Weinrowsky vom Medienprojekt berichtet. Die Wuppertaler rechte Szene machte sich daraufhin auf, um die Vorführung im Kino zu stören und die Besucher mit Reizgas anzugreifen.<br />
Einer rechten Demonstration im Januar 2011 setzte sich ein breites Bündnis von Vertretern aus Politik, Kirchen, Gewerkschaften, Vereinen und Linken entgegen – was vom Medienprojekt mit dem Film „Hallo ihr Trottel“ dokumentiert wurde. Die Vorführung im Kino stand diesmal unter Polizeischutz – und nichts passierte.<br />
Im nächsten Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2010 wurde das erste Kinoereignis aufgenommen, allerdings dargestellt als Auseinandersetzung zwischen der rechten und linken Szene. Wörtlich heißt es auf Seite 90: „Das braune Chamäleon“ ist ein von einem Medienprojekt produzierter Filmbeitrag gegen Rechtsextremismus. Am 30. November 2010 betraten 15 – 20 der rechtsextremistischen Szene zuzurechnende Personen das Foyer des Premieren-Kinos in Wuppertal und skandierten rechte Parolen. Danach verließen sie das Gebäude und vermummten sich vor dem Kino. Die im Kino anwesenden Angehörigen der linken Szene folgten den Rechtsextremisten, woraufhin sich eine Schlägerei entwickelte, bei der zwei Personen durch Pfefferspray leicht verletzt wurden. Anhänger der rechten Szene nahmen zudem Pflastersteine auf und warfen diese gegen das Kino, ohne dass hierbei Sachschaden entstand. Insgesamt wurden 13 Tatverdächtige durch die Polizei festgenommen.“<br />
Dem Medienprojekt wurde gesagt, dass sich die Passage auf den Polizeibericht berufe. Daraufhin schaltete das Medienprojekt eine Anwältin ein, die Akteneinsicht forderte – aber lange nicht bekam. Erst nachdem die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die Angreifer im September 2011 eingestellt hatte und das Medienprojekt protestierte, sei die Akteneinsicht gewährt worden und das Medienprojekt aufgefordert worden, Zeugen zu benennen. Dass nach dem Angriff kaum Zeugen vernommen wurden, überraschte nicht nur die Menschen hinter dem Medienprojekt. Laut Weinrowsky laufen die nun initiierten Zeugenaussagen bis heute. Fatal sei bei dieser Geschichte vor allem das politische Signal, dass man nämlich rechte Aktionen starten könne, ohne dass diese große Folgen hätten.<br />
In einem offenen Brief an die Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher bemängelten das Medienprojekt das Vorgehen der Polizei, die die Zeugen in Sachen Kino-Angriff auch eher eingeschüchtert als gut behandelt hätten. Das hatte beim Medienprojekt den Anschein vermittelt, dass die Polizei nicht unbedingt Willens gewesen sei, diese erneuten Ermittlungen voranzutreiben. Dass der Umgang mit den Zeugen in diesem Fall nicht ganz glücklich war, gibt Radermacher dann auch zu.<br />
Vor allem im Stadtteil Vohwinkel war parallel zu diesen Ereignissen eine zunehmend ausländerfeindliche Stimmung durch Anhänger der rechten Szene entstanden, die sich durch Nazi-Parolen äußerte, die im gesamten Stadtteil unter anderem durch Aufkleber und Schmierereien bemerkbar wurden. Aber auch die Scheibe des SPD-Büros wurde schon eingeschlagen und mit rechten Parolen beschmiert, berichtet Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann.</p>
<p>Lesen Sie weiter in der Ausgabe 02.2012, die am 28. Januar 2012 erscheint.</p>
<p>Foto: Michael Mutzberg</p>
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		<title>Wuppertal: Stadtentwicklung</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 08:51:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>snasemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[01.2012]]></category>
		<category><![CDATA[Fachmarktzentrum]]></category>
		<category><![CDATA[Ikea]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht in die konkrete Planung: Nach langer Vorarbeit und vielen Gesprächen steht für die Stadtverwaltung und die Ikea-Verwaltungsgesellschaft fest, dass das Möbelhaus eine Filiale in Wuppertal bauen möchte, die in ein Fachmarktzentrum integriert wird. In Köln (Am Butzweilerhof und &#8230; <a href="http://www.bergischeblaetter.de/?p=1142">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es geht in die konkrete Planung: Nach langer Vorarbeit und vielen Gesprächen steht für die Stadtverwaltung und die Ikea-Verwaltungsgesellschaft fest, dass das Möbelhaus eine Filiale in Wuppertal bauen möchte, die in ein Fachmarktzentrum integriert wird. In Köln (Am Butzweilerhof und in Godorf) sind solche Fachmarktzentren in Anbindung an eine Ikea-Filiale bereits entstanden. Mieter sind unter anderem Baumärkte, Küchen- und Polstermöbelanbieter sowie Bettenlager.<br />
Den Bedarf für ähnliches sieht Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung schon deshalb: Nur 48 Prozent der Kaufkraft im Bereich Möbel fließe in die Stadt, mehr als die Hälfte in angrenzende Städte. Seine Kernaussage lautet deshalb: „Wir wollen Ikea“, weil er sich von der Ansiedlung viel für Wuppertals Entwicklung verspricht. Was das sein wird, drückt Stadtkämmerer Johannes Slawig in drei Worten aus: „Kaufkraft, Steueraufkommen, Arbeitsplätze“.<br />
Hürden seien nach Aussage Slawigs derzeit die Kritik der Anwohner an der Ansiedlung sowie Verkehrsprobleme vor allem nach der Eröffnung. Doch gerade bei Letzterem sieht Slawig auch Bund und Land in der Pflicht, nachzubessern, was den Ausbau des Autobahnkreuzes Nord der Autobahnen 46 und 1 betreffe. Aber der Zeitplan, wann und in welchem Umfang dieser stattfinde, sei noch nicht geklärt. Im „Bedarfsplan des Bundes/Priorisierungsliste Planung NRW“ vom 25. Oktober 2011 ist der Ausbau jedenfalls noch nicht aufgeführt.<br />
Nach Aussage von Armin Michaely, Geschäftsführer der Ikea-Verwaltungsgesellschaft, habe man selbst Voruntersuchungen in Sachen Verkehr unternommen und sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Ansiedlung ohne große Staus realisierbar sei, wenn man gewisse Änderungen vornehmen würde, bei denen sich das Unternehmen auch finanziell beteiligen wolle. Das sieht Michaely ganz eigennützig: „Nichts ist schlimmer, als Kunden, die lange im Stau gestanden haben“. Für eine Beteiligung von Bund und Land wollen Stadt und Unternehmen parallel dazu gemeinsam Lobbyarbeit leisten, sagt Slawig.<br />
Kein Problem sieht die Stadtspitze mehr in der Fertighausaustellung, deren Pachtvertrag für das Grundstück, auf dem Ikea angesiedelt werden soll, 2013 ausläuft. Man habe den Betreibern alternative Standorte im Stadtgebiet, auch in der direkten Nähe zu Ikea angeboten, die jedoch nicht angenommen wurden. Das sei zwar bedauerlich, müssten die Betreiber aber selbst verantworten, so Slawig.<br />
Konkurrenz hat die Wuppertaler Ausstellung gerade erst mit der Fertighauswelt Köln bekommen, die auf den Internetseiten als „Europas modernste Musterhaus-Ausstellung“ beworben wird. 18 Fertighäuser werden im Gewerbegebiet Europark Frechen gezeigt. Betreiber ist der Bundesverband Deutscher Fertigbau mit Sitz in Bad Honnef. Die Wuppertaler Ausstellung wird von der Ausstellung Eigenheim und Garten Betriebsgesellschaft mbH mit Sitz in Fellbach betrieben und zeigt nach eigenen Angaben 60 Fertighäuser.<br />
Nicht erwähnt wurden bei der Bekanntgabe der ersten Pläne im Wuppertaler Rathaus gemeinsam mit Ikea Eingriffe in die Umwelt. In einer Vorlage für den Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Bauen heißt es jedoch, dass es eine formelle Umweltprüfung in Zusammenhang mit altem Laubmischwaldbestand, drei Stillgewässern, einem Quellbach und Artenschutzaspekten geben müsse. Zudem könne man bei der Niederschlagsentwässerung mit Problemen rechnen.</p>
<p>Ikea-Wunsch: Mit Shoppingcenter</p>
<p>Grundsätzlich hätte das Grundstück aus Ikea-Sicht noch größer sein können, aber schon jetzt kommen zu der bisherigen Ausstellungsfläche private Grundstücke hinzu, die angekauft werden müssen. Zudem hätte sich das Unternehmen auch vorstellen können, statt eines Fachmarktzentrums ein ganzes Shoppingcenter mit anzusiedeln, wie es derzeit in Lübeck entsteht – was allerdings gegen den Landes- und Regionalplan spreche. Geplant ist nun ein Möbelhaus mit einer Verkaufsfläche von 25.000 Quadratmetern sowie 21.400 Quadratmeter für das Fachmarktzentrum.<br />
Grundsätzlich sollen dort keine „zentrenrelevanten Sortimente“ verkauft werden. Das sind laut Landesentwicklungsprogramm Nordrhein-Westfalen Bücher, Zeitschriften, Papier und Schreibwaren, Bekleidung, Lederwaren und Schuhe, Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, Computer, Elektrohaushaltswaren (Kleingeräte), Foto und Optik, Haus- und Heimtextilien, Haushaltswaren und Einrichtungszubehör (ohne Möbel), Uhren und Schmuck sowie Spielwaren und Sportartikel.<br />
Möglich seien aber Möbel, Küchen, Fahrräder, Babyartikel, Matratzen sowie Lebensmittel und Gastronomie – also im weitesten Sinne die Bereiche Möbel, Sport und Freizeit. Genau dabei sieht die Wirtschaftsförderung unter der Leitung von Rolf Volmerig eine „Unterdeckung“ in der Stadt – und eine massive Abwanderung der Kaufkraft in den letzten 15 Jahren.</p>
<p>Abbildung/RKW Architekten: Ikea Verwaltungsgesellschaft</p>
<p>Lesen Sie weiter in der Printausgabe 01.2012, die am 14. Januar erscheint.</p>
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